
La Merced ist einer der Rotlichtbezirke im Zentrum von Mexiko-City. Neben den üblichen Prostituierten, welche sich an der Strasse positionieren, hat sich hier eine eher untypische mexikanische Eigenart entwickelt: das unscheinbar wirkende Gässchen Santo Tómas hat sich in einen Laufsteg für Prostituierte verwandelt. Durch Zufall bin an diesen Ort gelangt und dachte beim ersten Betrachten aufgrund der Menschenversammlung, dass es hier etwas umsonst gibt oder ein Unfall passiert sei. Aber nein, Prostituierte waten auf den Bürgersteigen hin und her, während die männliche Kundschaft, geduldig an die Hauswand gelehnt, die vorbeiziehenden Frauen beglubscht. Haben sich schliesslich zwei Parteien gefunden und der "Vertrag" ist ausgehandelt worden, verschwinden beide in der kleinen Bordelltür. Der Müllmann kommt alle paar Stunden mal vorbei und leert die Mülleimer mit den verbleibenden Überresten der "Geschäfte". Das skurille an der ganzen Situation ist: es herrscht eine unglaubliche Stille auf der Gasse, kein Gespräch zwischen den Männern, kein Ton ist zu vernehmen: Nur das eintönige Klacken der Highheels der Prostituierten auf dem "Laufsteg"...
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